Samstag, 14. September 2019

Endlich Sex im Wald

Hello friends!

Wochenende und so haben wir uns mal wieder den Tieren
und der Arbeit gewidmet.
Eine gute Mischung.

Als erstes haben wir Libellen beim Liebesspiel beobachtet.
Ein bisschen Voyeurismus darf gestattet sein in der Natur.
Zu der Stellung möchte ich mich hier an dieser Stelle nicht
weiter äußern;
jedem das Seine...



Hier ist gerade Libellen-Hochzeit und wir erfreuen uns sehr an diesen
filegranen Insekten, die uns ein wenig die Hummingbirds ersetzen.

Anschließend kam ein Käfer auf Brautschau vorbei,
der sich wahrlich in Schale geschmissen hat:

Eine echte Schönheit.
Kann man neidlos gestehen.

Zuguterletzt wurde mit einem Frosch gekuschelt.
Da wir hier keinen Prinzen brauchen, haben wir vom Küssen 
Abstand genommen...







Yvonne hat etwas ganz Tolles für unser Brennholz konstruiert -
mit Zementblöcken und Holzlatten.
Die hat sie dann in die Löcher gesteckt und zack hatten wir
einen tollen Ständer.
(sollte dies jetzt zweideutig klingen, so liegt dies nicht im Sinne
der Autorin).






Jetzt stapeln wir in Etappen und ganz nach Körperkraft das Holz auf
und fühlen uns täglich besser für den Winter gewappnet.

Dies ist erst der Anfang



Meine Süßen, habt ein erfülltes Wochenende und seid von
Herzen und mit Freude umarmt

von Tina und Yvonne




































Donnerstag, 12. September 2019

Fortsetzung von Dorian


Am anderen Tag kamen lauter liebe Leute vorbei,
um zu schauen, ob es uns gut geht oder ob etwas passiert
ist.

Das ist das, was wir hier so lieben:
die Hilfsbereitschaft, Achtsamkeit und Umsicht
zwischen den Menschen.
Jeder ist für den anderen da.

Hughie ist schon um 4 Uhr nachts umher gefahren,
um sich ein Bild der Lage zu machen und war auch
bei uns, um ganz still und unauffällig nach dem
Rechten zu sehen.
So etwas tut einfach nur gut.

Es folgten noch einige Nachbarn und kanadische Freunde
und fragten,
ob wir eventuell Hilfe brauchen.
Da fühlt man sich wirklich gut aufgehoben
mitten im Wald.

Auch wir waren aktiv, hatten einen großen Gemüseeintopf vorgekocht,
denn so ein warmes Seelensüppchen kann wichtig sein für jemanden,
der gerade nicht kochen kann.
Ja, und wir besuchten einige Grundstücke von Deutschen,
die derweil nicht dort sind, sich aber Sorgen machten
um ihr zweites Zuhause.

Dann kam es zur Premiere für unseren Generator.
Wir ließen ihn 3 Stunden laufen - hauptsächlich für den Kühlschrank
und zum Nachfüllen von Wasser und das Aufladen der Geräte;
duschen war noch nicht nötig- subjektiv betrachtet.
Das ist schon eine tolle Sache!
Und man fühlt sich so autark.






Abends gab es Suppe bei Kerzenlicht und die Notköfferchen wurden
wieder ausgepackt, Entspannung schlich sich langsam in unsere
Knochen. Und viel Schlaf!




Am Montag sind wir dann nach Port Hawkesbury gefahren, um Benzin
für den Generator und ein paar Lebensmittel (Bier) zu besorgen.
Jeder Verkäufer und jede Kassiererin fragte uns, ob wir Strom und Wasser
haben; das war Tagesgespräch.
Um ein wenig online zu sein hatten wir uns ein sogenanntes
Welt-Paket bei Alditalk beschafft,
aber das war nach einem Tag aufgebraucht, obwohl wir damit
nur das Nötigste kommunizierten.

Jetzt ist alles wieder beim Alten - bei uns.
Bei anderen sieht das leider anderes aus.
Sie haben ihr Haus verloren, geliebte Bäume oder ihr Auto und Boot.
Soweit ich informiert bin, gab es ein paar Verletzte, aber keine Todesopfer.

Meiner Meinung nach reicht es jetzt erst mal mit diesen windigen Kameraden!

Danke für eure Gedanken an uns
und liebe Umarmungen 
von Tina und Yvonne 









Mittwoch, 11. September 2019

Wir sind sehr dankbar!

Meine lieben Sonnenstrahlen,

nun kann ich euch in aller Ruhe berichten, was wir in den letzten
Tagen Wildes erlebt haben.
Wildes, Stürmisches und Glück.

Wir haben erst recht spät realisiert, dass dieser Hurrikan Dorian
auf uns zusteuert.
Irgendwie wirkten da einige Verdrängungsmechanismen,
obwohl wir stündlich die Meldungen erhielten und die klangen
nicht wirklich zuversichtlich, dass Dorian noch
vor uns die Kurve kratzt und seinen Weg über den Atlantik nimmt.

Wenn man es dann auf dem persönlichen Schirm hat, macht man
komische Dinge, um sich von seiner Angst abzulenken.
Zumindest war es bei uns so.
So saugten und putzten wir das ganze Haus nochmal,
ich habe mein Bett frisch überzogen und wir waren geduscht,
bevor es los ging - schließlich möchte man frisch und sauber
dem Untergang entgegentreten und den stürmischen Besuch empfangen.
Ein anderer Aspekt dieses Aktionismus war natürlich,
dass wir zu 100 % mit einem mehrtägigen Stromausfall rechnen mussten.

Natürlich bereitet man sich auch ganz vernünftig vor, sichert alle
losen Gegenstände draußen und sorgt für genügend Wasser und Vorräte,
lädt alle Elektrogeräte nochmals auf und beschäftigt sich mit der
Funktionalität des Generators.

Des weiteren habe ich schon ein bisschen vorgeschlafen,
weil mir klar war, dass wir die ganze Nacht wach bleiben
sollten und zwangsläufig auch werden.

Es lag eine seltsame Stimmung und Schwingung in der Luft.
Nova Scotia ist zwar Stürme gewohnt, aber keine Orkane.
Die gibt es hier eigentlich nicht.
Die Cape Bretoner besorgten sich noch schnell Gas, Benzin
und Whiskey.
Es war im wahrsten Sinne die berühmte Ruhe vor dem Sturm;
unheimlich und energiegeladen.

Danach hieß es einfach nur abwarten. Es fühlte sich ein bisschen
an wie drohender Weltuntergang und keiner konnte sich vorstellen,
wie sich das Drama gestaltet. Die Hoffnung, dass es doch nicht so
schlimm wie angekündigt ausfällt, bleibt.
Und gleichzeitig hat man die Bilder von den Bahamas im Kopf.

Kurz vorher kam noch ein Nachbar vorbei und brachte die Nachricht
mit, dass nicht der Wind das Problem wird, sondern das Wasser:
er hatte erfahren, dass es zu einer Art Sturmflut kommt und es sein kann,
dass der See unser Grundstück und unser Haus überschwemmt.
Die Häfen seien schon wegen 12 Meter hohen Wellen evakuiert
und das könne sich erheblich auf den Bras d´or lake auswirken.
Irgendwie keine aufbauende Information.

Obwohl ich das nicht glauben konnte, packten wir vorsorglich unsere
wichtigsten Dinge und Kleidung ein.
Mir widerstrebte das zwar, aber ich betrachtete es einfach mal als
eine gute Übung für den Notfall.
Außerdem erkennt man durch solche Situationen,
welche Sachen einem am wichtigsten sind
und wundert sich darüber.

Es startete schleichend und wir errichteten eine mentale Schutzhaube
für unser gesamtes Grundstück und Umgebung.
So etwas hilft mehr als die meisten Menschen glauben können.

Als es richtig los ging, war es schon dunkel und wir beobachteten
skeptisch die Lage des Sees.
Der Strom fiel schon recht früh aus. Da reicht ja ein Baum in
einer Leitung.
Ich werde nie verstehen, warum die Stromleitungen in Kanada und in der
USA oberirdisch verlaufen.
In einem Land mit Millionen Bäumen und viel Wind.
Ach - selbstverständlich kenne ich den Grund: das liebe Geld!
Das sogenannte "undergrounding" - die unterirdische Verlegung
der Leitungen - wäre 5-10 mal teurer.
Also lebt man hier regelmäßig mit Stromausfällen.

Es rüttelte ordentlich an unserem Haus, wir zündeten viele Kerzen an,
hörten Musik und spielten Rommee.
So etwas beruhigt.
Auf Whiskey verzichteten wir, denn wir wussten ja nicht, was uns
alles noch bevorstand und wollten all unsere Sinne beisammen halten.

Gegen Mitternacht wollte Tilli tatsächlich raus.
Unsere Cool-Cat!
Wir konnten es kaum glauben und begleiteten sie mutig mit
Taschenlampen.
Verschafften uns dabei einen kleinen Überblick der Lage
und des Wasserstands.
Es war alles im grünen Bereich und unsere mentale Schutzmütze
tat ihre Arbeit.

Es war dann ein Wechsel zwischen Dösen und alles im Auge behalten.
Gegen 4 Uhr hatte ich das Gefühl, dass das Schlimmste überstanden ist
und atmete innerlich auf.

Unser Grundstück war zwar übersät mit Ästen und Laub,
die Fenster mit Grünzeug verklebt, aber alles ist heile geblieben -
alle Bäume hielten tapfer Stand, Hazel und Maudie ebenso sowie
unser Kumpel, das Auto. Auch der See blieb in seinem Revier.
Da verspürt man große Dankbarkeit und Erleichterung.

Denn Dorian hat in Nova Scotia schwer zugeschlagen und so hatten
330.000 Haushalte über 3 Tage keinen Strom.

Hier ein paar Eindrücke davon:










Dorian galt offiziell als starker posttropischer Sturm.
Dies bedeutete nicht, dass der Sturm weniger intensiv oder
schwerwiegend ist,
sondern nur, dass er nicht mehr die Eigenschaften aufweist,
die ihn als tropisch einstufen. Er ist 80 km südwestlich von Halifax mit einer maximalen
Dauerwindgeschwindigkeit von 155 km pro Stunde
(niedrige Stärke der Kategorie 2) vorbei gekommen.

Ca. 700 Militärangehörige im atlantischen Kanada wurden um Hilfe
gebeten und bereiteten sich bereits am Sonntagmorgen
auf den Einsatz vor.

Es ging überwiegend um die Wiederherstellung der Stromversorgung,

der Räumung von Hauptstraßen und der Evakuierung von
Bewohnern in überfluteten oder schwer beschädigten Gebieten.

Wir hatten wirklich wieder fleißige Schutzengel!



*** Fortsetzung folgt ***



















Dienstag, 10. September 2019

Kurzes Lebenszeichen

Meine Schätze,

wir haben den Hurrikan gut überstanden - alle miteinander.

Seit einigen Stunden haben wir auch wieder Strom, Wasser
und Internet.

Alles weitere später!

Fühlt euch lieb umarmt
von Tina und Yvonne





Samstag, 7. September 2019

Dorian

Meine Lieben,

ganz kurz:

Hurrikan Dorian nimmt Kurs auf Halifax
und steuert leider auch auf uns zu -
in ein paar Stunden.

Er ist zwar etwas abgeschwächt, wird aber
immer noch heftig sein.

Bitte schließt Nova Scotia, uns und Hazel & Maudie,
alle Bäume und Tiere in euer Abendgebet ein;
das kommt sicherlich bei uns an.

Macht euch bitte keine Sorgen, wenn wir uns die nächsten
Tage nicht melden, denn wir gehen von einem längeren
Stromausfall aus.

Man wird erst Halifax und die Städte versorgen,
bevor man hier in die Wälder kommt.
Wir sind gut vorbereitet und warten jetzt ab.
Geben Entwarnung, sobald wir können.
Alles ist verräumt, die Badewannen sind voller Wasser
und ich koche jetzt schon mal vor.

Die Hummingbirds haben sich schon verabschiedet -
die klugen Vögelchen.

Also: bitte Daumen drücken!
Aber nur einen, denn sonst verlässt sich der eine vielleicht auf den
anderen und dann ist keiner gedrückt, haha!

Bis gaaaaaanz bald,
mit viel Liebe,

Tina und Yvonne



























Donnerstag, 5. September 2019

Besuch vom Hurrican?

Meine Schätze,

wir hatten mal wieder Übernachtungsbesuch und fast täglich
schaut jemand bei uns vorbei - der ein oder andere
erscheint sogar mit dem Boot.
Damit rechnet man nicht, wenn man im Wald lebt,
doch so langsam gewöhnen wir uns an die
Lebendigkeit um uns herum.
Im Winter wird das wieder anders werden - vielleicht.

Leider kann es sein, dass auch Hurrikan Dorian
am Samstag einen Besuch bei uns abstattet bzw.
wir die Ausläufer davon spüren.
Stürmisch wird es sicherlich.
Das ist natürlich nicht so erquickend, aber wir werden
uns gut darauf vorbereiten;
auch auf einen eventuellen Stromausfall.
Jetzt ist es erst mal noch sommerlich warm und sonnig.


Unser Gast hat uns ihre Mückenschutzjacke gezeigt, die ich gleich
mal anprobiert habe.


Auf unserem Deck brauchen wir so etwas nicht,
aber insgesamt kann es ja nichts schaden,
wenn man so etwas in Kanada besitzt.
Frisst ja kein Brot und trinkt
auch kein Bier...

Wir haben etwas Tolles erlebt, waren im Highland Village Museum -
einem Freilicht Dorf-Museum, wo man auf 43 Hektar Land 11 historische
Häuser betrachten kann - von innen wie von außen.
Das war wirklich bezaubernd und wir waren über Stunden versunken in der
Vergangenheit.
Ich werde euch die nächsten Tage darüber berichten!









Bis dahin eine schöne Zeit und passt auf euch auf,


Tina und Yvonne






















Montag, 2. September 2019

Holz vor der Hütt´n

Meine lieben Leute,

dieses Jahr kümmern wir uns frühzeitig um unser
wärmendes Brennholz für den Winter.
Schließlich haben wir dazugelernt.

Wir haben unsere Bäume zersägen lassen
und werden sie step by step bei uns am Haus stapeln.
Ganz so, wie es sich für einen richtigen Kanadier gehört.
Das ist eine nützliche und angenehme Arbeit,
ein gutes Muskelaufbau- und Konditionstraining
in der Natur.
Dafür fahren andere ins Fitness-Studio und verschwenden
unnötig das mühsam Ersparte.

Vorher brauchen wir noch jemanden, der uns hilft,
das Ganze zu spalten oder uns ein Gerät dafür leiht.

Wir gehen davon aus, dass es für diesen Winter
ausreichen wird:


Was meint ihr???

Es handelt sich hier um geschätzte 14 Cord Holz und vor unserem Haus
liegen bestimmt nochmal 6.


Jo! Es ist wohl so, dass wir die nächsten Jahre nicht unbedingt
frieren werden.

Ich möchte euch noch schnell etwas von unseren Vogelfreunden erzählen:
die Hummingbirds sind immer noch da, werden voraussichtlich in den nächsten
Tagen ihre große Reise nach Florida oder wohin auch immer antreten.
Unsere Meisen und die Junkos (Winterammer) haben uns ihre Kinder
vorgestellt und kommen täglich ihre Nüsschen abholen - im Familienkreise.
Extrem süß, das zu erleben.
Die Blue Jays und unsere Krawallhörnchen haben sich zurückgezogen
und besuchen uns hoffentlich bald wieder.
So ist der Stand der Dinge.



Tilli genießt ihr Dasein und wir hängen uns da gerne dran,
eure Tina und Yvonne
























Endlich Sex im Wald

Hello friends! Wochenende und so haben wir uns mal wieder den Tieren und der Arbeit gewidmet. Eine gute Mischung. Als erstes hab...